SCHMERZEN BEIM STILLEN

HINGEGEN DER WEIT VERBREITETEN ANNAHME, DASS SCHMERZEN BEIM STILLEN ZU BEGINN NORMAL SIND UND MAN DAS EINFACH AUSHALTEN MUSS, ERKLÄRE ICH DIR HIER, WIESO SCHMERZEN NICHT NORMAL SIND UND WIESO DU DAS AUCH NIEMALS AUSHALTEN MUSST UND SOLLTEST


DEFINITION VON SCHMERZ

Zugegeben, es kann möglich sein, dass das Stillen dir zu Beginn deiner Stillbeziehung etwas unangenehm ist. Man spricht in solchen Fällen von einem sogenannten Ansaugschmerz, der maximal die ersten 14 Tage auftreten darf und zwar nur beim Anlegen etwa für 2 lange Atemzüge. Ansaugschmerz ist eigentlich ein übertriebener Ausdruck, da man hierbei wirklich nicht von Schmerz spricht, sondern von Unbehagen. Dieses Gefühl kommt davon, dass die Muskulatur in deinen Brustwarzen und dem Brustwarzenvorhof gedehnt wird, während dein Kind sie tief in seinen Mundraum einsaugt, an diese Dehnung muss dein Körper und vor allem die Muskulatur sich erstmal gewöhnen und das kann einige Tage dauern.

Ein Schmerz, der dir so wehtut, dass du das Stillen kaum oder nicht aushälst, du schreien oder weinen willst oder gar musst, ist ein Schmerz der niemals normal ist und nicht ausgehalten werden muss und sollte!

Wunde Brustwarzen, blutige oder gereizte Brustwarzen sind auch zu Beginn nicht normal und immer ein Indiz, dass etwas suboptimal läuft. Das kann ein Fehler im Stillmanagement, beim Anlegen, in der Stillposition sein. Verspannungen, Blockaden beim Kind und dir, Fremdsaugernutzung (Schnuller, Flasche, elterliche Finger zum Nuckeln) oder auch orale Restriktionen können Ursache sein.

Hier empfehle ich: schnelle und zügige Hilfe, um Leid, Schmerzen und vor allem auch Geld zu sparen. Wenn Stillberatung frühzeitig hinzugezogen wird, kann man mit einem kurzen Termin viel verbessern und verhindern, dass das Stillen so unaufhaltsam wird, dass möglicherweise die Flasche gegeben wird, dass Brustwarzen sich erholen können.

WAS KANNST DU TUN WENN DU SCHMERZEN HAST?

Wie oben bereits erwähnt empfiehlt es sich hier so schnell wie möglich eine Beratung zu buchen, um größere und schwierigere Stillprobleme ab zu wenden, denn es ist einfacher das Anlegen zu korrigieren, als womöglich später eine Flasche wieder abzugewöhnen.

Laut einer Studie hatten 9,6% der Frauen in Thailand nach 1 Woche noch Schmerzen beim Stillen und hiervon waren 72,3% wegen falschem Anlegen - ein Fehler der zügig und einfach behoben werden kann. Bei 23,2% hiervon war eine orale Restriktion die Ursache und bei 4,4% waren zu viel Pflege schuld.


Ansonsten kann ich dir folgende Tipps mitgeben:

überprüfe das Anlegen, dein Kind sollte immer korrekt angelegt sein und wenn es wehtut, solltest du Abdocken und neu Anlegen. Achte auf intuitives Anlegen und darauf, dass die Nase deines Kindes stets frei bleibt.

Wenn du wunde Brustwarzen hast empfehle ich keine Brustwarzensalbe und auch keine dauerhafte Nutzung von Silberhütchen. Brustwarzensalbe kann verhindern, dass deine Haut atmet und ebenso können Silberhütchen Abdrücke am Brustwarzenvorhof machen und Bakterienherde können sich darunter bilden. Am besten ist es Muttermilch auszustreichen, auf den Brustwarzen zu verteilen, einziehen zu lassen und viel Luft baden. Weniger Pflege ist meist mehr.

Auf keinen Fall solltest du Stillabstände einhalten oder das Stillen beschränken auf Grund von Schmerzen, dann ist es definitiv eine Situation die dringend Handlung Bedarf. Das Stillen einzuschränken kann dazu führen, dass sich deine Muttermilchmenge reduziert, dein Kind Gewichtsprobleme bekommt und da Anlegen aufgrund von zu prallen Brüsten noch schwieriger wird.

MILCHSTAU

Ein Milchstau betrifft in der Regel nur eine Brust und tritt bei 75% der Mamas nach der Geburt auf, nämlich dann, wenn die Mama nicht nach Bedarf stillt oder das Kind auf Grund oraler Restriktion die Brus entleeren kann. Grundsätzlich kann ein Milchstau zu jeder Zeit der Stillbeziehung entstehen und auch Stress ist ein Risikofaktor.

Wichtig ist, den Milchstau schnell und effektiv zu behandeln, um die Gefahr einer Brustentzündung zu umgehen. Eine effektive Entleerung der Brust ist hier unabdingbar: also korrektes und häufiges Anlegen - nicht abpumpen.

Du kannst die Brust kühlen nach dem Stillen oder auch eine Lymphmassage anwenden. Manchmal hilft das Stillen auch im Vierfüßlerstand oder das Ausstreichen unter der warmen Dusche.


Symptome eines Milchstaus:

Es kann sein, dass erstes Kribbeln oder das Gefühl eines blauen Flecks in der Brust schon Anzeichen für einen Milchstau sind. Auch spürbare Knoten, die nach dem Stillen nicht verschwinden, aber noch keine Schmerzen verursachen.

Tritt bereits eine Rötung an der Brust auf, die Brust fühlt sich prall und heiß an und du fühlst dich kränklich, solltest du nicht zögern Maßnahmen direkt zu ergreifen.

Der Übergang zwischen Milchstau und Brustentzündung/Mastitis ist oft schleichend und unbemerkt.

Du hast Schmerzen und bekommst es auch mit allen möglichen Methoden nicht in den Griff? Dann zögere nicht und lasse nicht noch mehr Zeit vergehen und melde Dich direkt bei mir.

ich habe schmerzen bei stillen und brauche Hilfe

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